Loafer - Schlüpfschuhe für den Sommer und darüber hinaus
Loafer sind als Schlüpfschuhe schnell anzuziehen und werden als Saisonschuhe vor allem im Sommer getragen. Hier gibt es einen ersten Überblick und Infos zu einigen Loafer-Varianten.
Beispielvariante
Einfacher Glattleder-Loafer mit Patina
Hier ist ein Loafer aus einem Stück Oberleder, welches mit keinen oder sehr wenig Verzierungen auskommt. Durch das Fehlen einer zusätzlichen Dekoration eignet sich dieser Loafer ganz gut für helle Anzüge. In gewisser Weise kann man die Variante hier als Loafer-Basismodell ansehen, aus dem sich weitere Loafer-Modelle durch das Hinzufügen von Dekoration ergeben.
Besonderheiten
Als Schlüpfschuhe haben Loafer keine Schnürung oder sonstige Möglichkeit um irgendwie zu steuern, wie fest der Schuh am Fuss sitzt. Dass kann Fluch und Segen zugleich sein: Sie sind zwar schnell an- und wieder auszuziehen und auch bei der Schuhpflege spart man sich etwas Zeit, da man keine Schnürsenkel lösen muss. Doch sind Loafer aufgrund von fehlender Schnürung und ähnlichen Möglichkeiten kritischer in der Passform: Sie müssen passen - man hat nicht viel zusätzlichen Spielraum, um sie fester an die eigenen Füße anzubringen.
Insofern sind Loafer riskanter zu kaufen, ohne sie vorher anprobiert zu haben - zum Beispiel, wenn du das über Online-Shops probieren solltest. Dafür lohnen sich Massschuhe hier gefühlt doppelt: Einfach dadurch, dass die Passform bei Loafern mehr zählt als bei Schnürschuhen.
Kannst du Loafer ohne Socken tragen?
Es gibt noch den Trend, Loafer im Sommer barfuß zu tragen und sich damit die Socken zu sparen. Abgesehen davon, dass es vom Stil her nicht jedermanns Sache ist und zumindest manche Menschen es eher als abstoßend empfinden, unten im Schuhbereich nackte Haut zu sehen, ergibt sich zusätzlich folgender Nachteil:
Besonders im Sommer schwitzen Füße recht viel. Die Folge sind nasse, vom Schweiss gebadete Füsse. Ohne Socken hat das zur Folge, dass die Füsse am Lederfutter kleben bleiben, sobald sie damit in Berührung kommen. Nicht nur ist dieses Gefühl von klebrigen Füßen unangenehm: Hinzu kommt, dass du schlecht in die Schuhe schlüpfen kannst, weil die Füße nicht so leicht in die Schuhe rein rutschen, sobald sie in Kontakt mit dem Leder kommen und dann haften bleiben. Glücklicherweise gibt es dieses Problem bei kühlerem Wetter nicht, aber dann würde man auch im Normalfall keine Loafer ohne Socken tragen.
Varianten
Penny-Loafer
Der Name Penny-Loafer kommt daher, dass früher - etwa in den 1950er-Jahren - Studenten diese Schuhe getragen haben und vor Prüfungen einen Groschen („Penny“) als Glücksbringer im vorderen Lederstreifen eingeklemmt haben. Der Penny-Loafer zeichnet sich als Schlüpfschuh durch folgende zwei Kennzeichen aus:
- der seitlich angenähte, geschlitzte Lederstreifen auf dem Blatt vorne
- das mit einer Naht verzierte Blatt entlang dem Fußrücken vorne
Durch diese Verzierungen ist der Penny-Loafer eher ein lockeres Modell für den Alltag ausserhalb von Geschäftsterminen und anderen formaleren Anlässen. Als Teil einer lockeren Bürokleidung ist er auch ganz praktisch, besonders im Sommer.
Tassel-Loafer
Dies hier sind sogenannte Tassel-Loafer mit ihren charakteristischen Quasten vorne im Bereich des Spanns. Optional ist die rein dekorative Schnürung, die um den Schuh herum sichtbar ist. Diese Art von Schnürung gehört zum klassischen Modell, es gibt aber auch Tassel-Loafer-Varianten, die darauf verzichten und nur die Quasten vorne haben.
Der Tassel-Loafer wurde offiziell von Alden erfunden und in den 1950er-Jahren herausgebracht. Aber der Initiator der Erfindung ist ein ungarischer Schauspieler mit dem Namen Paul Lukas. Dieser hatte eine Vorliebe für Quasten an den Schuhen und damals gab es schon eine sogenannte Quasten-Schnürung. Paul Lukas gab ein Modell in Auftrag, bei dem die Schnürung vorne mit Quasten verziert sein sollte und die Schnürung sollte ebenfalls etwas außerhalb am Schuh sein. Durch die kreative Interpretation von Alden ist das Tassel-Loafer-Modell, wie wir es im Wesentlichen heute kennen, entstanden.
Braune Loafer aus Schlangenleder
Das hier sind sehr lockere Loafer mit ungewöhnlicher Schuhspitze und aus Schlangenleder, deren Schuppen bei genauem hinsehen leicht abstehen. Es ist ein reiner Freizeit-Schuh, den man in meinen Augen gut mit Jeans oder Chinos kombinieren kann. Ich selber würde solche Loafer eigentlich nur im Sommer tragen - da passt das Schlangenleder aus meiner Sicht auch am besten hin, weil es so einen Hauch von Exotik hat.
Dunkelbraune Loafer mit Kroko-Prägung
Ich finde, hier kannst du relativ gut erkennen, dass das Oberleder geprägt ist. In der Farbe Dunkelbraun sind die Loafer sehr gut für die Freizeit geeignet und passen zu vielen verschiedenen Kombinationen. Ich sehe sie als sehr passend an zur Jeans und zur Chinohose, würde sie aber auch zu einer braunen oder hellen Cordhose tragen.
Der alternative Nutzen von schwarzen Loafern: Minimalismus
Loafer werden für gewöhnlich in erster Linie als Sommerschuhe getragen. Du kannst sie natürlich auch in den Übergangszeiten im Frühling und im Herbst tragen und manche Menschen tragen Loafer auch im Winter.
Dazu gibt es eine Philosophie, die hier sehr gut reinpasst: Diese wird zum Beispiel Steve Jobs nachgesagt, dass er seine Garderobe recht simpel mit mehreren Sachen in gleicher Farbe gestaltet hat wie zum Beispiel mehrere Rollkragenpullovers ausschließlich in Schwarz.
Die Idee dahinter ist, die Konfrontation mit der Frage „Was soll ich heute anziehen?“ möglichst zu vermeiden, weil es durch eine solche Garderobe nur sehr begrenzte Möglichkeiten gibt und die Antwort auf die Frage dann sehr schnell beantwortet ist. Durch diese Art des Denkens kannst du deine Energie sparen und sie dadurch für wichtigere Sachen aufbewahren. Dein Fokus geht dadurch im Alltag weniger in Kleinigkeiten verloren.
Was hat das jetzt mit Loafern zu tun? Nun, Loafer
- können einigermaßen gut zu jeder Jahreszeit getragen werden
- sind als Schlüpfschuhe schnell anzuziehen
- gibt es in verschiedenen Varianten
Damit eignen sich Loafer in meinen Augen hervorragend für einen minimalistischen Kleidungsstil, der den eigenen Fokus und die eigene Energie nur auf wichtige Sachen richten möchte. Du brauchst dafür klar definierte Loafer für jede mögliche Situation und dann kan es damit losgehen. Im Praktischen sparst du dir jedes Mal das Schnüren, sobald du Loafer anziehst.
Ich persönlich bin gespalten bezüglich eines solchen Lebensstils: Die Konzentration auf die Bewahrung des Fokus hat irgendwo seine Berechtigung. Allerdings habe ich auch ein künstlerisches Interesse, welches ich zu einem gewissen Grad auch ausleben möchte. Das überflüssige Schöne kann manchmal auch sehr wohltuend sein.
Zugehörige Variante: Schwarze Loafer mit dünner Sohle
Das hier sind sehr vielseitige schwarze Loafer mit Vorderkappe und seitlichen Gummibändern, damit der Loafer besser am Fuß sitzt. Die Sohle hat eine gute Dicke und das Oberleder hat nur minimale, unauffällige Dekorationen, was nochmal die Einfachheit der Variante betont.
In meinen Augen ist das also ein sehr guter Loafer für eine minimalistische Garderobe - zum Beispiel kombinierbar mit einer grauen Hose und einem schwarzen Pullover.





