Beispielvarianten

Braune Norweger in Glattleder

Hier ist ein typischer, einfacher Norweger in der passenden Farbe Braun. Durch das blanke Glattleder kommen die Dekorationen und die Nähte besser zur Geltung, ohne jedoch übertrieben zu wirken. Somit ist das ein Schuh, den du ganz gut im lockeren Büroumfeld tragen kannst, aber auch im Alltag für so ziemlich alle Zwecke. Er wirkt für mich durch das puristische Glattleder zwar ernster als viele anderen Freizeitschuhe, ist aber für den Alltag dennoch gut geeignet. Dazu trägt auch die Norweger-typische Dekoration vorne am Schuh bei.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 2 / 5
Alltag: 4 / 5
Kunstvoll: 3 / 5

Alternativ: Braune Norweger in der französischen Variante

Alternativ zum Standard-Norweger gibt es auch diesen Norweger hier in der sogenannten französischen Variante. Der Unterschied besteht in der höher am Spann angebrachten U-förmigen Dekoration mit dem flachen Plateau und der demzufolge längeren Naht für die gespaltene Schuhspitze. Dadurch wirkt das Schuhblatt insgesamt nicht so flach, sondern geschwungener und eleganter. Somit kannst du diese Variante zu etwas formaleren Zwecken nehmen, besonders in Schwarz, oder du nimmst sie in Braun als etwas elegantere Variante für den Alltag.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 2 / 5
Alltag: 4 / 5
Kunstvoll: 4 / 5

Besonderheiten

Das Charakteristische am Norweger sind die folgenden drei Eigenschaften:

  • seine markante U-förmige Verzierung auf der Vorderseite, die mit Hilfe von zwei Nahtkurven erreicht wird
  • die gespaltene Schuhspitze, die an der U-förmigen Verzierung anknüpft und bis ganz nach unten verläuft
  • die Schnür-Seitenteile in Blücher-Art, ohne Derby-Bogen

Besonders durch die Dekoration vorne am Schuh bekommt der Norweger seinen legeren Charakter.

Die Standardvariante des Norwegers hat dieses recht ebene U-förmige Plateau, welches viel weiter reicht als in der französischen Variante. Dadurch wird der Standard-Norweger auch etwas klobiger, ein bisschen vergleichbar mit einem Budapester in dieser Hinsicht.

Für die Passform bedeutet das, dass dein Fuß innen drin mehr Platz hat, weil das Oberleder erst spät nach unten verläuft und dadurch mehr Raum lässt.

Varianten

Norweger aus braunem Scotch-Grain-Leder und mit Profilsohle

Das hier ist ein sehr typischer Norweger, mit dicker Sohle und aufgeklebter Profilsohle von rustikalem Aussehen. In die gleiche Richtung geht auch das Oberleder: Der ohnehin schon durch das Norweger-Modell lockere Charakter wird durch das geprägte Leder in Braun nochmal verstärkt. Und die Prägung ist auch keine dezente, sondern eine recht tiefe, reliefartige, was nochmal ganz gut zum ohnehin schon rustikalem Aussehen passt.

Für mich ist das ein ganz schöner Schuh für Aktivitäten auf dem Land, welchen du auch für kleine Wanderungen im Wald nutzen kannst, wenn du keine Wanderstiefel bei dir hast. - Ein gelungenes Modell, bei dem die verschiedenen Schuhdetails vom Stil her ganz gut zusammenpassen.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 1 / 5
Alltag: 5 / 5
Kunstvoll: 3 / 5

Dunkelblaue Norweger mit auffälliger Verzierung

Hier haben wir einen lockeren, dunkelblauen Norweger in der französischen Variante. Während die französische Variante ein Norweger-Modell eigentlich eleganter macht, passiert hier mit den sehr auffälligen Ziernähten auf der anderen Seite das Gegenteil - dies kann auch das unverzierte Glattleder nicht aufhalten. Wir haben hier also ein relativ ambivalentes Modell bestehend aus formalen und lockeren Elementen, bei dem sich die lockeren Elemente am Ende durchsetzen: Angeführt von den dicken Ziernähten und unterstützt durch

  • die Kontrastfarbe der Nähte und Schnürung
  • die Dicke der Schnürsenkel
  • den auffälligen Rahmen mit leichten Ecken

Für mich ist das ein interessanter Schuh zum Anschauen, welcher etwas Spannung erzeugt, aber diese Spannung zwischen formal und informal durch einen relativ klaren Gewinner auch abbaut. Deshalb solltest du die Schuhe vor allem in der Freizeit tragen, zum Beispiel zu Jeans, Chinos oder Cord-Hosen.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 2 / 5
Alltag: 4 / 5
Kunstvoll: 4 / 5

Braune Norweger aus Büffelleder mit Doppelnaht

Dies sind ein Paar schöner Freizeitschuhe in Braun mit ausgefallenem Rahmen. Das Büffelleder und die dicke Sohle tragen ebenfalls zu diesem lockeren Charakter bei. In meinen Augen passen die Schuhe perfekt zu einer hellen Jeans, lassen sich aber auch mit anderen Hosen wie zum Beispiel solchen aus Cord oder grober Wolle gut kombinieren. Wenn ich mir zum allerersten Mal ein Paar hochwertiger Lederschuhe anschaffen würde, dann wäre dieses Modell für mich ein Top-Kandidat.

Darüber hinaus sind aus Norweger-Sicht ein Paar kleine Details noch interessant: Die ringsum auf der Vorderseite des Schuhs auf dem Oberleder verlaufende Naht stellt keinen richtigen Bogen dar, sondern hat ganz vorne links und rechts zwei Ecken. Für mich ist das eine gute Möglichkeit, einen Norweger nochmal aufzulockern und etwas kantiger und damit interessanter zu machen.

Ich denke, in diesem Fall wäre es besser gewesen, wenn der Rahmen des Schuhs vorne noch mehr darin mitgegangen wäre und etwas härtere Kanten gehabt hätte. Ich denke, da gibt es Leute, denen so etwas im Auge etwas weh tut vom Anblick her: Oben ein etwas eckiger Kurvenverlauf und unten ein recht geschwungener Verlauf ohne erkennbare Ecken. Ich persönlich gehe da mit, gewichte das jedoch hier nicht so stark, weshalb das für mich ein insgesamt recht gelungener Schuh ist - vor allem für so ein Freizeit-Modell, das sich gerne etwas mehr erlauben darf.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 1 / 5
Alltag: 4 / 5
Kunstvoll: 4 / 5

Norweger aus braunem Veloursleder

Hier siehst du lockere Schuhe für Frühjahr, Sommer und Herbst: Das Veloursleder ist besonders luftdurchlässig und dadurch schwitzen deine Füße in solchen Schuhen nochmal etwas weniger. Insgesamt sind das hervorragende Freizeitschuhe, die du gut zu Jeans oder zum Beispiel zu beigen Chinos oder Leinenhosen kombinieren kannst. Während ein Norweger ohnehin schon einen lockeren Freizeitcharakter hat, wird dieser mit dem Veloursleder nochmal verstärkt. Deshalb ist das Norweger-Modell und das Veloursleder für mich eine sehr gelungene Kombination. - Ja vielleicht ist das Norweger-Modell neben dem Loafer sogar mit das beste Modell, welches du für Veloursleder nutzen kannst.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 1 / 5
Alltag: 4 / 5
Kunstvoll: 3 / 5

Ähnliche Pseudo-Varianten

Stiefeletten-Variante mit Norweger-typischen Verzierung vorne

Es gibt auch Stiefeletten im Norweger-Stil: Sie haben die Rundherum-Verzierung vorne auf dem Schuh und die getrennte Schuhspitze. Der Rest mit dem Bereich um die Schnürung herum kann variabel sein und diese Stiefeletten hier haben sogar einen Derby-Bogen. Ohne diesen Derby-Bogen und auch wohl ohne die niedrige Anzahl an Ösen würden sie noch am ehesten Norweger-Stiefeletten heißen. So aber haben sie viel Ähnlichkeit zum typischen Norweger und sind ansonsten im Derby-Stil gehalten, Spitzderby-Stil genauer gesagt. Es sind also eher Derby-Stiefeletten in meinen Augen. Im Endeffekt sind das aber sogenannte Chukka-Boots mit Norweger-artigen Verzierung vorne und Derby-typischem Bogen an der Seite.

Kombinieren kannst du die Schuhe ganz gut im Herbst und Winter zu einer grauen Hose aus grober Wolle zum Beispiel.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 2 / 5
Alltag: 3 / 5
Kunstvoll: 3 / 5

Rotbrauner Pseudo-Norweger mit minimalem Schaftschnitt

Nach meiner Definition ist das hier kein reiner Norweger, weil der Schaftschnitt einfacher und ohne angenähte Lederteile für die Schnürung ist. Allerdings hat der Schuh an den Seiten auch keinen Derby-Bogen, weshalb er einem klassischen Norweger doch sehr nahe kommt.

Diese Vereinfachung macht die Schuhe einfacher und puristischer - sie sind dadurch etwas weniger für die Freizeit gemacht und etwas mehr für das Büro oder etwas formalere Anlässe. Auch die Nähte und Dekorationen sind sehr fein und dezent gehalten und unterstützen ebenfalls diesen Charakter der Schuhe. Dieser Schuh ist also eine schöne Gesamtkomposition, in der die verschiedenen Details hervorragend zusammenspielen.

Trotz allem verdient er für mich die Bezeichnung Norweger nicht. Du kannst zwar sagen, es ist nur ein kleines Detail - eine kleine Naht auf jeder Seite - die dieser Schuh hier nicht hat. Und doch unterstützt diese Naht den lockeren Charakter eines typischen Norweger-Schuhs. Bei diesem Schuh hier ist dieser Charakter in dem Bereich nicht präsent. Und doch gestehe ich eine große Ähnlichkeit zum Norweger ein, weshalb ich diesen Schuh am ehesten Pseudo-Norweger oder Quasi-Norweger nennen würde. Für viele anderen Menschen sind diese Schuhe allerdings mit ziemlicher Sicherheit Norweger-Schuhe.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 3 / 5
Alltag: 3 / 5
Kunstvoll: 4 / 5

Gegenbeispiel: Derby mit Ähnlichkeit zum Norweger

Dieser Derby hier sieht wegen seiner Verzierung ähnlich wie ein Norweger aus, allerdings hat er zwei Kennzeichen, die von einem Norweger abweichen:

  • der Derby-Bogen an den Seiten verrät, dass er nicht auf dem Blücher-Modell aufbaut wie der Norweger
  • die Verzierung auf dem Schuhblatt geht nur drum herum, aber sie geht nicht an der Schuhspitze mittig nach unten

Deshalb sind diese Schuhe keine Norweger, auch wenn die Ähnlichkeit zu Norwegern auf dem ersten Blick relativ groß erscheint. Insgesamt sind das braune Derbies mit einer U-förmigen Dekoration, die du gut im lockeren Alltag tragen kannst.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 2 / 5
Alltag: 4 / 5
Kunstvoll: 3 / 5