Penny-Loafer - der Loafer mit dem geschlitzten Lederstreifen vorne
Penny-Loafer haben zweierlei auflockernde Dekorationen - das geschlitzte Lederband und die dekorative Naht vorne entlang des Fußrückens. Beide Teile machen den Loafer interessanter.
Beispielvariante
Rotbrauner Penny-Loafer in holzgenagelter Machart
Diese Penny-Loafer haben eine sehr schöne Verarbeitung mit feinen Nähten in kurzem Abstand zueinander und auch das ungeprägte rotbraune Glattleder sieht für mich recht schön aus. Für mich sind das perfekte Schuhe für das Büro oder auch zu semi-formalen Anlässen, zu denen ich persönlich aufgrund des dunklen Rotbrauns auch eine graue Hose tragen könnte. Interessanterweise mögen manche Menschen die Kombination braune Schuhe zu grauer Hose nicht, allgemein dunkelrote Schuhe zu grauer Hose dagegen schon. So kommt die Farbe Rotbraun dem ein bisschen entgegen.
Die Machart ist übrigens für die Wirkung und das Aussehen des Schuhs zweitrangig. Die holzgenagelte Machart kannst du an den Punkten auf der Sohle erkennen, die von den benutzten Holznägeln kommen. Wenn du dich für die holzgenagelte Machart und andere Macharten interessierst, dann kannst du hier reinschauen:
Besonderheiten
Penny-Loafer sind zunächst einmal Schlüpfschuhe und daher ohne jegliche Schnürung. Sie zeichnen sich von anderen Loafern optisch durch das große Lederband vorne aus, welches quer über den Fußrücken geht. Dieses Lederband hat in der Mitte einen Schlitz und ist nur an den Seiten angenäht. Damit kannst du zwischen diesem Lederband und dem Blatt, der vorderen Seite des Loafers, Sachen einklemmen. Dieses Lederband wird übrigens auch als geschlitzter Sattel bezeichnet.
Ein weiteres Kennzeichen von Penny-Loafern ist die U-förmige Dekoration vorne um den Bereich des Fußrückens herum. Diese Dekoration erinnert auch an das Norweger-Modell, jedoch haben Penny-Loafer nicht die Norweger-typische gespaltene Schuhspitze.
Erst diese beiden dekorativen Elemente machen einen Loafer zum Penny-Loafer.
Geschichtliches
Die Herkunft von Penny-Loafern ist nicht ganz eindeutig geklärt. Anscheinend ist der Penny-Loafer stark inspiriert von der norwegischen Schuhmode Anfang des 20. Jahrhunderts. Letztlich ist die Kernidee von dort in die USA gekommen und die Firma G.H. Bass brachte die Penny-Loafer, wie wir sie heute kennen, in den 1930er Jahren auf den Markt. In den 1950er Jahren waren sie dann besonders unter Hochschulstudenten verbreitet und so gelang dann auch der Durchbruch.
Varianten
Braune Penny-Loafer mit leichter, natürlicher Patina
Das hier ist ein typisches Paar Penny-Loafer für den Sommer, das du ganz gut zu hellen Sachen tragen kannst. Die Loafer-Farbe ist dadurch dunkel genug, dass du mit diesen Schuhen einen erdenden Effekt bekommst, wenn du zum Beispiel eine Leinenhose in Beige anziehst. - Mein stilistisches Prinzip dabei: Die Hose heller wählen als die Schuhe.
Ich finde bei diesen Schuhen ist auch die Ledersohle ganz gut gemacht und sieht sehr robust aus. Auch sie passt ganz gut für den Sommer - eine dünnere Sohle zwar noch etwas mehr, aber so eine dickere Sohle ist für das Wiederbesohlen praktisch, damit du nicht so oft zum Schuster gehen musst.
Das Leder hat leichte Gebrauchsspuren und diese machen es mit der Zeit interessanter. In diesem Fall gibt es dunklere Stellen, die einen sogenannte Antik-Effekt, oder auch Patina genannt, auf dem Leder ergeben. Es gibt übrigens auch Schuhe, die zwar im gleichen Stil sind, bei denen das Oberleder jedoch künstlich mit Farbe in eine Patina-Variante gebracht wurde. Hier in diesem Fall hat sich die Patina auf natürliche Art und Weise gebildet.
Pseudo-Penny-Loafer: Variante ohne Lederstreifen
Dieser Loafer hier sieht zum Teil wie ein Penny-Loafer aus - besonders wenn die Hose den oberen Teil des Oberleders und damit den für Penny-Loafer typischen, geschlitzten Lederstreifen verdeckt. Doch eben dieser fehlende Lederstreifen sorgt dafür, dass diese schönen Schuhe keine Penny-Loafer sind. Durch das Fehlen des Lederstreifens haben sie zwar weniger Dekoration und sind an der Stelle auch formaler. Allerdings haben sie vorne im Verlauf des Rahmens und der Dekoration auf dem Schuhblatt ein Paar Kanten, was sie eben dort etwas lockerer macht. Und obwohl die Schuhe vorne nur ein bisschen kantig sind, ist dies trotzdem eine auffälligere Stelle als die Position des Lederstreifens bei einem Penny-Loafer. In der Summer halte ich diese Loafer hier für ähnlich locker wie echte Penny-Loafer.
Bei diesen Loafern mag ich übrigens die Form ganz besonders. Diese ist vorne nicht so stark abgerundet wie bei vielen anderen Schuhen und wirkt dadurch eleganter. Die Form wird auch unterstützt durch den Rahmen und durch die Dekoration vorne am Schuh, die beide ebenfalls nicht so abgerundet verlaufen und dafür dann im Kurvenverlauf weiter vorne scharf nach Innen abbiegen müssen. So entstehen dann die schon erwähnten Ecken. Das ungeprägte Glattleder sorgt dann auch nochmal dafür, dass die Kurven besonders gut zur Geltung kommen. In meinen Augen ist der Schuh daher sehr kunstvoll und durchdacht gestaltet worden. Und in der Farbe Dunkelbraun kannst du ihn ganz gut mit vielen Kleidungsstücken kombinieren, egal ob im Alltag oder im Büro.


