Beispielvariante

Schlanke Quarter-Brogue-Oxfords aus schwarzem Glattleder

Diese schwarzen Oxfords mit ihrer sehr dünnen Sohle sind an sich hervorragende Schuhe für formale Anlässe. Lediglich für sehr formale Anlässe ist die leichte Lochmuster-Dekoration vorne etwas zu viel.

Aber für alles andere macht diese verspielte Lochmuster-Dekoration vorne die Schuhe in meinen Augen interessanter. Es ist ähnlich wie ein Licht-Schatten-Spiel: Dadurch, dass das ein insgesamt sehr formaler Schuh ist, fällt das leicht verspielte Broguing vorne umso mehr auf. Es ist aber trotzdem noch dezent genug, um nicht einen zu großen Kontrast zu erzeugen wie das für mich bei schwarzen, sogenannten Full-Brogue-Oxfords der Fall wäre.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 4 / 5
Alltag: 2 / 5
Kunstvoll: 4 / 5

Besonderheiten

Quarter-Brogues sind eine Brogue-Variante ohne Medaillon vorne auf dem Schuhblatt und mit sehr dezenter Lyralochung auf dem Vorderkappenrand. Die Minimalvariante umfasst einen Streifen Lyralochung an der Vorderkappe eines Schuhs, sei es bei einem Derby, einem Blücher oder einem Oxford. Auch die Tatsache, ob die Schuhe Halbschuhe, Stiefeletten oder Stiefel sind, spielt keine Rolle: Sobald ein Schuh eine Vorderkappe hat, kann er zu einem Quarter-Brogue werden durch das Hinzufügen des Lochmuster-Streifens.

In den weiteren, verzierteren Varianten eines Quarter-Brogues gibt es zusätzliche Lochmuster an den Seiten oder an der Hinterkappe. Streng genommen könnte man sagen, das sind dann 2/5- oder 3/7-Brogues. Aber so genau muss man dann nicht werden. Der Quarter-Brogue ist somit bildlich gesprochen eine grobe Schublade, in die ähnliche Brogue-Schuhe hineingesteckt werden können, auch wenn sie sich nicht exakt gleichen was die Menge der Lochmuster angeht. Die nächstgrößere Schublade ist dann der sogenannte Half-Brogue, bei dem neben den vielen Lochmustern ein Medaillon auf dem Blatt dazukommt.

Vom Stil her sind Quarter-Brogues relativ dezent und formal. Doch haben sie gleichzeitig mit den Lochmustern Verzierungselemente, die Interesse wecken und einen Hauch von Verspieltheit ausstrahlen. Dadurch dass die Verzierungen sich in Grenzen halten, kommt auch der restliche Schuh gut zur Geltung, wenn es zum Beispiel um die Form des Schuhs oder um das Leder geht. Deshalb ist der Quarter-Brogue in meinen Augen eine sehr gute Wahl für sogenanntes Patina-Leder, ein Glattleder, das mindestens zwei verschiedene Farbvariationen aufweist.

Varianten

Schwarze Double Monks im Quarter-Brogue-Stil

Diese schwarzen Double Monks haben eine schöne Form und die Lochmuster-Verzierung an der Vorderkappe unterstreicht den informellen Charakter eines Double Monks. Die Farbe Schwarz geht hingegen in die formelle Richtung, weshalb ich diese Schuhe insgesamt für am passendsten im Büro halte. Mit den richtigen Farben und Stoffen kannst du diese Schuhe aber auch ganz gut für die Freizeit nutzen. Zum Beispiel passt hier in meinen Augen eine graue Hose aus grober Wolle oder eine graue Cord-Hose ganz gut.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 3 / 5
Alltag: 3 / 5
Kunstvoll: 4 / 5

Burgunderrote Stiefel im Quarter-Brogue-Stil

Hier sind ein Paar robuster Stiefel aus Shell Cordovan in einem sehr vielseitigen Burgunderrot: Die Stiefel nehme ich gern für das Büro oder auch für die Freizeit oder sonstige, wenig formelle Veranstaltungen. Ohne die verzierenden Lochmuster wären die Stiefel für mich etwas langweilig, weil die Stiefel in Sachen Form und Details eher unspektakulär sind. Vor diesem Hintergrund machen die Lochmuster für mich schon etwas her.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 3 / 5
Alltag: 4 / 5
Kunstvoll: 3 / 5

Exotische Quarter-Brogue-Variante für Norweger

Dieser Norweger in der französischen Variante zeigt, wie ein Quarter-Brogue als Norweger aussehen kann. Normalerweise hat ein Quarter-Brogue seine ihn definierende Lochmuster-Dekoration an der Vorderkappe. Die dezenten Lochmuster an anderen Stellen sind optional. Da ein Norweger aber keine Vorderkappe hat, kann er nicht so einfach zum Quarter-Brogue gemacht werden - außer du platzierst die Lochmuster oben auf das Blatt. Ist das dann immer noch ein Quarter-Brogue? Streng genommen wohl nicht, aber vom Geist her definitiv!

Als Ergebnis hast du hier einen schön lockeren Quarter-Brogue-Norweger oder Pseudo-Quarter-Brogue-Norweger mit vielen aufwändigen Details. Für mich ist das ein perfekter Schuh für den Alltag oder für die Freizeit. Die Farbe Braun, das Patina-Glattleder und überhaupt das Norweger-Modell unterstreichen alle drei diesen Charakter. Gleichzeitig verleihen die französische Variante des Norwegers und die feinen, dezenten Details dem Schuh eine solche Finesse, dass er bei Weitem nicht so rustikal wie ein normaler Norweger aus braunem, geprägtem Leder aussieht.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 2 / 5
Alltag: 5 / 5
Kunstvoll: 5 / 5