Beispielvariante

Schwarze Derbies mit Vorderkappe und in Glattleder

Das hier sind durch eine Vorderkappe leicht verzierte Derbies in schwarzem Glattleder, die du zu einer etwas lockeren Interpretation eines Anzugs tragen kannst. Ansonsten passen sie ganz gut zu einer gemischten Kombination von Sakko und Hose, besonders wenn die Hose zum Beispiel in Grau oder Dunkelrot gehalten ist. Ich denke, die Form des Schuhs ist hier auch besonders gut gelungen.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 4 / 5
Alltag: 3 / 5
Kunstvoll: 4 / 5

Besonderheiten

Geschlossene Schnürung

Es gibt zwei verbreitete Schnürmöglichkeiten für die modernen Schuhe:

Das hier ist die sogenannte geschlossene Schnürung ohne Schnürsenkel. Die Geschichte der geschlossene Schnürung ist schon sehr lange und sie reicht bis mindestens ins 18. Jahrhundert hinein.

Heutzutage gib es zwei relativ bekannte Schuh-Modelle mit dieser Schnürung:

  • Oxford-Schuhe (mehr Informationen weiter unten)
  • Balmoral Boots (Vorläufer der Oxfords, Oxfords als Stiefel)

Auch wenn das nicht besonders viele Basismodelle für die geschlossene Schnürung sind, kannst du in der Gruppe Oxford-Schuhe besonders viele Varianten finden. Oft werden solche Schuhe mit geschlossener Schnürung zu Anzügen getragen, weil das Detail der geschlossenen Schnürung den Schuhen eine zusätzliche Eleganz verleiht.

Dieses Detail besteht darin, dass die Lederteile, die die Löcher für die Schnürung tragen, unten mit dem Vorderteil des Schuhs verbunden sind. Dadurch sind diese beiden Seiten mit den Löchern unten unbeweglich und können dem Fuß nur begrenzt nachgeben, was sie zu kritischer in der Passform macht.

Offene Schnürung

Bei der offenen Schnürung hier sind die Lederflächen, die die Löcher tragen, unten nicht mit dem Schuh verbunden und dadurch insgesamt beweglicher. So bekommt dein Fuß weniger Widerstand und kann leicht in den Schuh reinschlüpfen und dort bequem drin bleiben.

Das kannst du besonders dann merken, wenn du mal eine zu enge geschlossene Schnürung ausprobiert hast: Selbst wenn du deinen Fuß in einen solchen Schuh hinein bekommen hast, können die Lederteile mit der Schnürung so sehr auf den Spann deines Fußes drücken, dass es mit der Zeit weh tut.

Und eben dies wird bei einem Schuh mit offener Schnürung in derselben Größe nicht passieren. Die Seitenteile hier sind so beweglich, dass sie nachgeben und sich an deinen Fuß schmiegen. Schuhe mit offener Schnürung verzeihen dir sozusagen viel mehr in diesem Bereich - zwar nicht alles, aber viel mehr.

Historisch ist die offene Schnürung nach der geschlossenen überliefert. Jedoch gibt es da verschiedene Varianten über die genaue Entstehung.

Festigkeit der Schnürung sehr gut kontrollierbar

Bei Schnürschuhen kannst du am besten kontrollieren wie fest die Schnürung sein soll. Die Schnürstärke ist sozusagen stufenlos anpassbar. Das kann für manche Leute selbstverständlich erscheinen, doch bei Schnallenschuhen ist dies ganz anders: Schnallenschuhe haben mit ihren Schließen einen stufenartigen Schließmechanismus genauso wie die allermeisten Gürteln. Die Anzahl der Stufen entspricht der Anzahl der Löcher, die zur Verfügung stehen.

Bei Loafern ist die Situation noch schlechter: Da hast du keine vorgesehene Möglichkeit die Art und Weise, wie fest die Schuhe an deinen Füssen sitzen, anzupassen.

Diese Erkenntnis kann bei Online-Bestellungen relevant sein. Als grobe Faustregel kannst du dafür mitnehmen:

  • Schnürschuhe sind besser als Nicht-Schnürschuhe
  • je mehr Ösen oder Löcher desto besser

Mit diesen Prinzipien kannst du das Risiko minimieren, dass dir die Schuhe am Ende zu schlecht passen. In dieser Hinsicht sind also Schnürschuhe mit besonders vielen Löchern vom Prinzip her die tolerantesten Schuhe, wenn wir andere Faktoren erst einmal nicht betrachten.

Reparaturfreundlichkeit

Das Ärgste, was dir speziell bei Schnürschuhen und keinen anderen passieren kann, ist dass die Schnürsenkel irgendwann reißen. Dann kann eigentlich jedermann neue Schnürsenkel kaufen oder bestellen, wobei er dabei auf die Farbe und Länge achten sollte. Du brauchst dabei keinen Schuhmacher oder irgendein Gerät: Du bist also relativ unabhängig.

Das ist bei Schnallenschuhen, deren Schliesse an einem Gummiband befestigt ist, anders: Wenn das Gummiband reißt, dann muss ein Schuhmacher oder Schuster dieses erneuern. Du kannst dies nicht so einfach selber machen, es sei denn du besorgst dir die nötigen Hilfsmittel und das Wissen dazu.

Schnürsenkel als Dekoration

Das ist ein weiterer Aspekt, den du aufgreifen kannst, um ein Paar Schuhe aufzulockern. Dünne, zum Oberleder farblich passende Schnürsenkel sind unauffällig und passen sehr gut für formale Anlässe oder zu deinen Business-Schuhen. Dicke Schnürsenkel in Kontrastfarbe zum Oberleder dagegen kannst für lockere Anlässe wie für die Freizeit nehmen.

Dann gibt es auch Schuhvarianten, die etwas klobige Enden an ihren Schnürsenkeln haben und sie sind damit sogar noch legerer. Da wird ein Lederband um die Enden herum gewickelt, um diesen Effekt zu erreichen.

Eine elegantere Variante für dünne Schnürsenkel ist hier, Quasten am Ende der Schnürsenkel anzubringen und alles in der gleichen Farbe zu lassen wie das Oberleder. Die Entstehung des Tassel-Loafers ist unter anderem von einem solcherart verzierten Schuh inspiriert.

Leger bist du übrigens unterwegs, wenn du anstelle der normalen Schnürsenkel dünne Lederriemen nimmst: Das gibt deinen Schuhen auch ein etwas lockeres Aussehen. Es gibt also durchaus einige Möglichkeiten, die du zum Auflockern hast.

Du kannst darin sehen, dass Schnürsenkel nicht rein funktional sind, sondern auch die Optik von Schnürschuhen entscheidend mitprägen können.

Modellvarianten von Schnürschuhe

Oxford

Oxford-Schuhe werden mit als die formellsten angesehen. Eine Vorderkappe, ein Lochmuster oder eine andere Farbe als Schwarz sind alles Möglichkeiten, um die Schuhe legerer bzw. Freizeit-tauglicher zu machen. Und auch dann wirken solche Schuhe noch recht elegant. Kennzeichnend ist bei den Oxfords die sogenannte geschlossene Schnürung. Diese hat normalerweise den Effekt, dass die Schuhe schlanker und eleganter wirken als ein ähnliches Paar Derby-Schuhe in der gleichen Größe.

Ihren Ursprung hat dieses Schuhmodell in England. Wenn du dir einen Eindruck und Überblick über Oxford-Schuhe verschaffen möchtest, dann kannst du das hier tun:

Derby

Dieses Schuhmodell ist wegen seiner offenen Schnürung zwar etwas lockerer als ein Oxford Schuh, doch eignet er sich in Schwarz und mit höchstens geringfügiger Verzierung sehr gut für formellere und geschäftliche Anlässe. In der Farbe Braun und optional mit diversen Lochmustervarianten passt er sehr gut für die Freizeit. Insofern ist der Derby ein sehr guter Allrounder.

Spitzderby

Dieses Modell ist ein Derby mit einer kleinen speziellen Eigenschaft hinsichtlich des sogenannten Schaftschnitt. Bei diesem Modell kannst du schräg vorne auf beiden Seiten jeweils eine Spitze sehen. Diese Spitzen, die aus dem Schaftschnitt und den Nähten heraus sichtbar werden, befinden sich etwas unterhalb der Schnürung und lockern deine Derbies etwas auf. Diese Variante kannst du nur bei Zwei-Ösen-Derbies wählen, bei mehr Ösen werden die beabsichtigten Spitzen sonst stumpfer.

Blücher

Der Blücher hat mit dem Derby die offene Schnürung gemeinsam, unterscheidet sich ansonsten nur dadurch, wie die Lederteile zusammengenäht werden. Auch der historische Ursprung ist ein anderer. Viele Menschen sagen ohne Unterscheidung Derby zu diesem Modell.

Norweger

Das ist ein eher rustikales Modell mit einer auffälligen Verzierung vorne am Schuh, die die Schuhspitze äußerlich zweiteilt. Der Norweger ist ein dekoratives Modell für Freizeit und Alltag, das man nicht so oft sieht. In Schwarz kann es zu manchen, etwas formaleren Anlässen dienen. Wenn es aber richtig formal wird, dann solltest du doch lieber zu schwarzen Oxfords greifen, um eine Aura des Seriösen zu wahren. Denn Norweger-Schuhe wirken mit ihrer doppelten Ziernaht vorne am Schuhe schon eher verspielt.

Sneaker

Sneaker wurden ursprünglich allein zum Sport und Gymnastik Machen getragen - waren also nicht zum Ausgehen oder für das Büro gedacht geschweige denn zu formellen Veranstaltungen. Verglichen mit typischen klassischen Herrenschuhen sehen sie auch klobiger aus und damit nicht elegant genug für den Alltag, wenn du entsprechende Maßstäbe zugrunde legst.