Einleitung

Schuhmodelle bestimmen den grundlegenden Stil deines Schuhs. Neben der Wahl des Leders und den weiteren Verzierungsmöglichkeiten wie Lochmuster kannst du bei der Wahl des Schuhmodells entscheidend auf die Wirkung deines Schuhs Einfluss nehmen: Bevorzugst du unauffällige, formale Schuhe oder magst du es lieber verspielter und legerer? Oder magst du hier mit einem formalen Schuh starten, um ihn dann durch die Wahl der Farbe und Verzierungen verspielter zu machen? Hier kannst du durch deine Wahl bereits deine Persönlichkeit entfalten und Schritt für Schritt zu deinem Traumschuh gelangen, der am besten zu dir passt.

Ich persönlich war von Anfang an von den doppelten Mönchsriemenschuhen begeistert, die meine erste freiere Wahl waren. Mittlerweile mag ich die einfachen Mönchsriemenschuhe sogar mehr. Doch auch wenn es die einfachen Mönchsriemenschuhe schon sehr lange gibt: Beide Varianten sind exotischer und in dieser Hinsicht etwas Besonderes.

Schnürschuhe

Schnürschuhe sind die am weitesten verbreiteten Schuhe, auch in der klassischen Herrenmode. Das hat wohl besonders funktionale Gründe:

  • Schnürsenkel lassen sich ganz einfach auswechseln verglichen mit ähnlichen Verschleissteilen wie Schnallen
  • Die Schnürsenkel erlauben durch die Festigkeit der Schnürung einen ganz unterschiedlichen, sehr flexiblen Druck. Zum Vergleich: Bei Schnallenschuhen kannst du diesen nur stufenweise wählen.

Schnürschuhe sind also im Alltag und hinsichtlich der Passform sehr praktisch und so wundert es gar nicht, warum sie die anderen Schuhmodelle von der Verbreitung her dominieren.

Schnallenschuh und Mönchsriemenschuhe

Der Name Mönchsriemenschuh oder auch kurz Mönchsriemen ist eine Anspielung auf einen Vorläufer aus dem Mittelalter, den Mönche getragen haben. Demnach trugen Mönche damals vor allem Sandalen, die sich jedoch für die körperliche Arbeit als wenig praktikabel erwiesen. So entstand im Laufe der Zeit eine geschlossene Form der Sandalen - der Vorläufer der Mönchsriemenschuhe.

Das Fehlen von Schnürsenkeln bringt Vor- und Nachteile mit sich: Beim Pflegen der Schuhs muss man keine Schnürsenkel lösen und diese später wieder anbringen. Allerdings kann eine Schnalle aus Metall rosten und die Größeneinstellungen mit der Schnalle sind verglichen mit Schnürschuhen beschränkt - es sei denn, man nutzt zusätzlich dehnbares Material aus Gummi, was aber weniger strapazierfähig ist.

Insgesamt ist dies ein eher informeller Schuh: Selbst in Farbe Schwarz und ohne Verzierung solltest du ihn nicht zu geschäftlichen oder formellen Anlässen anziehen. Anscheinend ist bei gehobenen Gentlemen die Schließe als sichtbares Metall am Fuß ein Ärgernis - zusätzlich zum Gesamtstil.

Während der Mönchsriemenschuh ein geschlossener Halbschuh mit Schnallen ist, gibt es noch andere Varianten von Schnallenschuhe wie Sandalenschuhe, die nur halb geschlossen sind und diverse Stiefel und Stiefeletten mit Schnallen.

Loafer

Das sind zumeist Schuhe für Sommer, in die du schnell reinschlüpfen kannst, da sie keine Schnürung oder ähnliches wie Schnallen oder sogar Knöpfe haben. Entsprechend sollten sie verglichen mit Schnürschuhen besser sitzen, besonders beim Schuhspann: Ein zu hoher Fußspann wird Schmerzen bereiten, wenn die Schuhe in dem Bereich flacher sind. Bei Schuhen mit offener Schnürung kann man sowas eher ausgleichen oder halt bei Massschuhen natürlich. Mit Loafern hast du also größentechnisch ein etwas höheres Risiko. Daneben gibt es aber ganz viele Loafer-Varianten, die du hier findest:

Stiefel und Stiefeletten

Stiefel und Stiefeletten sind eher für den Winter und die Übergangsjahreszeiten. Da gibt es diverse Modelle, die sich an den klassischen Herrenschuhen anlehnen, so dass ein sogenannter Balmorial-Stiefel einem Oxford-Schuh sehr ähnlich und damit besonders schick ist. Ein sogenannter Monkey-Boot ist eher an Sneaker angelehnt und damit für den lässigen Alltag ganz gut. - Wobei geschichtlich gesehen das meist alles andersherum war: Der Balmoral-Boot war zuerst, noch bevor der Oxford aufkam.

Historisch waren hier in Europa eine Zeit lang Stiefel und Stiefeletten verbreiteter. Die Halbschuhe haben sich so richtig erst in den 1920er Jahren durchgesetzt.

Brogues

Brogues sind eine Variante, mit Hilfe von Lochmustern die sichtbare Schuhoberfläche zu dekorieren. Es gibt verschieden stark ausgeprägte Varianten, angefangen mit dem sogenannten Quarter-Brogue, der eine eher sehr bescheidene Dekoration aufweist bis hin zum zum sogenannten Longwing Full-Brogue mit sehr stark ausgeprägter Lochmusterdekoration. Im folgenden Artikel kannst du weitere Eindrücke bekommen:

Sonstige Schuhemodelle und weitere Varianten

Anstelle von ganz eigenständigen Modellen gibt es noch die Varianten, die sich auf verschiedene obige Basismodelle anwenden lassen und eine Variation derselben kreieren. So kann ein Oxford zum sogenannten Wholecut Oxford werden oder ein Full-Brogue-Oxford durch Hinzufügen von Zweifarbigkeit zum sogenannten Spectator. Letztlich gibt es ganz viele Varianten, die du dir vorstellen kannst. Doch hier stelle ich dir einige bekanntere vor, die eben sogar einen Namen bekommen haben:

Durch welche Modelle oder Schuhvarianten kann ich meine Alltags-Sneaker ersetzen?

In meinen Augen sind folgende konkreten Modelle oder Varianten ein sehr guter Ersatz für Sneaker im Alltag - meist einfach dadurch, dass sie besonders locker sind und damit nicht zu streng oder förmlich. Wenn du bei ihnen noch zusätzlich Braun statt Schwarz und geprägtes Glattleder oder Veloursleder statt blankes Glattleder wählst, dann werden sie dadurch sogar noch alltagstauglicher.

Norweger

Norweger haben oft ein rustikales Aussehen, besonders in Kombination mit einer Profil-Gummisohle. Das Charakteristische an Ihnen ist die vordere, U-förmige Verzierung vorne am Schuhe, die an der Schuhspitze mittig nach unten verläuft und den Schuh vom Aussehen her in zwei Bereiche teilt. Besonders solche braunen Norweger in Veloursleder kannst du hervorragend zu einer Jeans tragen und das Leder ist schön durchlässig für Wind und daher im Sommer ganz praktisch. Auch andere Norweger-Modelle eignen sich aufgrund ihrer charakteristischen Verzierung ganz gut als Ersatz für Sneaker im Alltag.

Boho-Schuhe

Boho-Schuhe ist kein etablierter Ausdruck und ich selbst meine damit Lederschuhe im Boho-Stil, die einige dekorativen Merkmale aufweisen. Solche können zum Beispiel sein:

  • eine dicke Ziernaht
  • kantiges Aussehen des Rahmens
  • dicke Schnürsenkel mit umwickelten Lederstreifen

Solche verzierende Sachen können Schuh relativ auffällig machen und deshalb sind sie im Allgemeinen für die Freizeit und den Alltag viel besser geeignet als für das Büro oder für formale Anlässe. Letztlich ergeben sich durch das unterschiedliche Kombinieren der verzierenden Details untereinander und mit anderen Dekorationsformen wie Lochmustern unzählige Varianten. Sogar im Grunde strenge Basismodelle wie Oxfords könntest du damit alltagstauglich machen. Zusätzlich sehen sie in meinen Augen noch viel besser aus als klobige, weiße Sneaker, die aufgrund des Weiß oft ähnlich auffällig sind. Also auch wenn Boho-Schuhe kein konkretes Modell bezeichnen, können sie dir helfen, deinen Schuhstil aufzulockern.

Full-Brogues

Full-Brogues haben sehr viele Lochmuster und diese dominieren das Erscheinungsbild des Schuhs, so dass andere Aspekte wie das Leder oder die Form des Schuh etwas mehr in den Hintergrund treten als bei einfacher gehaltenen Schuhen. Besonders in den Farben Braun, Dunkelrot, Dunkelblau und Dunkelgrün kannst du sie zum Beispiel ganz gut zur Jeans kombinieren. Und in diesen Farben sehen sie trotz der vielen Lochmustern wahrscheinlich sogar noch zurückhaltender aus als weiße Sneaker. In meinen Augen sind Full-Brogues hervorragende Freizeitschuhe und dafür nimmst du am besten solche, die auf dem Derby-Grundmodell basieren.