Spectator-Schuhe - auffallend gute Freizeitschuhe
Spectator-Schuhe sind zweifarbige Schuhe. Dabei ist das Oberleder in zwei unterschiedlichen, oft kontrastreichen Farben gehalten und zieht auf diese Weise besonders schnell Blicke auf sich.
Beispielvariante
Zweifarbige Oxfords mit kunstvoller Naht
Hier haben wir zweifarbige Oxford-Schuhe mit Flügel- und Hinterkappe und im sogenannten Quarter-Brogue-Stil: Die Lochmuster sind nur an den Kappenrändern angebracht. Für mich persönlich sind Hell- und Dunkelbraun einer meiner liebsten Farbkombinationen und entsprechend gefällt mir auch hier diese Kombination ganz gut. Die Schuhe sind recht sparsam mit Lochmustern verziert und so kommt dieser leichte Farbkontrast etwas besser zur Geltung als mit umfangreicheren Lochmustern. Die Schuhe sehe ich als besonders passend für Sakko und Hose aus gemischten Stoffen an.
Historisches
Spectator-Schuhe gibt es bereits seit dem 19. Jahrhundert. Ursprünglich wurden sie besonders von Journalisten und Reportern in - aus europäischer Sicht - fremden und exotischen, auch tropischen Ländern getragen. Und klassischerweise versteht man unter Spectator-Schuhen eher zweifarbige, sogenannte Full-Brogue-Oxfords.
Der Name kommt einer Überlieferung nach daher, dass die Schuhe mal unter Golf- und Cricket-Spielern relativ verbreitet waren und dies Eindruck auf die Zuschauer gemacht hat. - Und zwar so viel Eindruck, dass vergleichsweise viele der Zuschauer sich ebenfalls ein Paar Spectator-Schuhe zugelegt haben. Somit bezieht sich der Name auf solche Zuschauer vom Sport.
Früher beliebte Farben für Spectators waren Weiß-Braun und Weiß-Schwarz. Insbesondere standen die beiden Farben eines Spectators in Kontrast zueinander und haben damit ihrer Wirkung nochmal verstärkt. Dadurch finde ich es verständlich, warum solche Schuhe im Sport die Aufmerksamkeit von so vielen Zuschauern auf sich gezogen haben.
Moderne vs. klassische Spectator-Schuhe
Heutzutage ist mit Spectators meist eine grössere Fülle an Schuhen gemeint. Oft genug sind das auch solche, die früher mal nicht als Spectator-Schuhe angesehen worden wären. Denn früher waren mit Spectator-Schuhen wie schon erwähnt Full-Brogue-Oxfords gemeint, meist in den Farben Weiß-Braun oder Weiß-Schwarz. Auch heute noch noch kann der Begriff Spectator speziell nur auf eben solche Full-Brogue-Oxfords in zwei Farben verwendet werden. Der Begriff ist also nicht ganz klar definiert und ich selbst benutze den Begriff hier auf diesem Blog allgemeiner für alle möglichen Schuhe in zwei Farben.
Varianten
Zweifarbige puristische Derbies mit Gummisohle
Ein schöner Derby in Schwarz und Burgundrot, wobei die zwei Farben strikt voneinander getrennt sind und streng dem sogenannten Schaftschnitt eines Derbies folgen: Burgundrot für die sogenannten Quartiere hinten und an den Seiten und Schwarz für den Rest, vor allem dem Vorderteil des Schuhs. Das ist wahrscheinlich der einfachste Spectator oder der einfachste zweifarbige Schuh, den man sich vorstellen kann. Ich finde hier übrigens den Rahmen als einziges richtiges Detail besonders schön umgesetzt. Die anderen Aspekte halte ich für unauffällig wie zum Beispiel die einfach draufgeklebte Laufsohle aus Gummi oder die Form des Schuhs. Die Schnürsenkel will ich irgendwann einmal ersetzen, weil ich mir denke, dass feinere Schnürsenkel noch mehr aus diesem Schuh hier herausholen werden und einfach besser zum Rahmen passen. Trotz seiner Einfachheit gefällt mir dieser Schuh relativ gut. - Ich staune selber darüber wie viel bei mir ein schön gestalteter Rahmen bewirken kann.
Schwarz-rot-dunkelblaue Full-Brogue-Oxfords und Pseudo-Spectator-Schuhe
Das hier sind eigentlich dreifarbige Schuhe, da zum Schwarz und zum Rot noch ein Anteil Dunkelblau aus Lackleder hinzukommt. Deshalb ist dies streng genommen kein Spectator-Schuh, kommt aber ziemlich nah an die klassischen Spectator-Schuhe in der Full-Brogue-Oxford-Variante heran. Denn das Dunkelblau ist abhängig vom Licht von einem Schwarz kaum zu unterscheiden. Somit können die Schuhe hier bei entsprechenden Lichtverhältnissen wie schwarz-rote Full-Brogue-Oxfords aussehen.
In meinen Augen ist das ein recht lockerer Schuh, der einfach Spaß machen kann, ihn zu tragen - vor allem wenn du dein restliches Outfit verstärkt mit Schwarz und Rot gestaltest. Auch zu einem lockeren Anzug in Navy kann dieser Schuh ganz gut funktionieren und in diesem Fall kannst du weitere Details in Dunkelrot oder Schwarz einbauen - Gürtel, Einstecktuch, Krawatte, Uhrenarmband, irgendetwas.


