Beispielvariante

Schwarze elegante Spitzderbies

Hier sind einfache Spitzderbies aus schwarzem Glattleder - zwar mit dünner Sohle, doch da ist noch eine zusätzliche, halbe Gummisohle vorne angebracht, was du sowohl von der Seite und als auch von unten erkennen kannst. Die dünne Sohle zeugt schon davon, dass das sehr bequeme Schuhe zum Gehen sind.

Die Form ist vorne etwas breiter und damit etwas vergleichbar mit einem sogenannten Budapester, kommt aber nicht an ihn heran. Und auch die Spitzderby-typischen Spitzen vorne zeigen, dass das hier insgesamt eine etwas lockere Interpretation eines eigentlich recht formalen Schuhs ist. Wenn ein blanker, schwarzer Oxford-Schuh stilistisch nicht zu einer grauen Jeans passt, dann viel eher so ein blanker, schwarzer Derby-Schuh mit seinen feinen, auflockernden Nuancen. In meinen Augen perfekt für einen Smart Causal Dresscode im Büro.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 4 / 5
Alltag: 2 / 5
Kunstvoll: 3 / 5

Besonderheiten

Kennzeichen von Spitzderbies

Spitzderbies haben die folgenden zwei Merkmale, anhand derer du sie erkennen kannst:

  • sie sind auch insbesondere Zweiösen-Derbies, haben also zwei Ösen auf jeder Seite am Schuh
  • die seitlichen Schaftteile, die sogenannten Quartiere, verlaufen vorne in einem spitzen Winkel

Übrigens gibt es auch ganz andere zwei Ösen-Derbies, deren seitliche Schaftteile gar keine Spitze bilden, sondern direkt im Bereich der Ösen vom Verlauf her abfallen. Die sind dadurch etwas harmonischer als die Spitzderbies, weil spitze Winkel in der Optik immer etwas Spannung mit reinbringen.

Unterschied zu sonstigen Derbies

Hier siehst du Derbies in einer Nicht-Spitzderby-Variante wie sie an den seitlichen Stellen aussehen, bevor die Kurve der Naht im Derby-Bogen rückwärts nach unten verläuft. Du kannst hier erkennen, dass der Winkel an diesem Übergang etwas über 90 Grad beträgt. Das erklärt sich dadurch, dass dieser Derby ein Fünf-Ösen-Derby ist und die Quartiere vorne, von oben betrachtet, erst später nach außen verlaufen - nämlich nach der fünften Öse.

Du kannst ansonsten erkennen, dass der Schuh vom Oberleder her gar nicht auffällt: Keine spitzen Winkel, alles inklusive der Nähte monoton in Schwarz gehalten - ein ruhiger Gesamteindruck also. Wenn du dir noch weitere Derby-Varianten mit einer ruhigeren Ausstrahlung anschauen möchtest, dann kannst du das hier tun:

Ab wann ein Derby kein Spitzderby mehr ist

Dieses Paar Schuhe stellt in meinen Augen die Grenze für Spitzderbies da: Von außen sehen sie fast exakt wie Spitzderbies aus, ohne Spitzderbies zu sein. Denn anstelle von zwei Ösen pro Seite haben sie drei Ösen. Entsprechend ist der Winkel der vorderen Seitenteile nicht ganz so spitz. Trotzdem sind diese Derbies hier den Spitzderbies viel näher als den Steilderbies.

Verschiedene Varianten

Braune Spitzderbies mit 180 Grad Norweger Naht

Das ist ein schön lockerer Schuh in einer sogenannten 180°-Norweger-Machart. Zusätzlich zur sehr dekorativen, dicken Norweger-Naht kommt die eher ungewöhnliche Kombination aus geprägtem Leder und künstlicher Patina hinzu. Das und auch überhaupt das Spitzderby-Modell und die Gummisohlen tragen zum insgesamt legeren Charakter des Schuhs bei. Also in gewisser Weise beweist jedes Detail dieses Schuhs seinen starken Freizeit-Charakter. - In meinen Augen ein sehr praktischer Schuh für den Alltag, besonders auch im Herbst und Winter.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 1 / 5
Alltag: 5 / 5
Kunstvoll: 4 / 5

Dunkelrote Straußenleder Spitzderbies

Ein sehr schöner Schuh zum Kombinieren mit einer Jeans: Das Dunkelrot passt hervorragend zum Blau einer Jeans. Du kannst hierfür sogar graue und dunklere Jeans nehmen. Auch hier ist das Spitzderby-Modell unterstützend für den lockeren Charakter als Freizeitschuh. Das dunkelrote Straußenleder kann schon sehr auffällig sein, wird aber durch die dunklere Farbe diesbezüglich abgeschwächt. - Insgesamt ein sehr gelungener Freizeitschuh in meinen Augen.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 1 / 5
Alltag: 5 / 5
Kunstvoll: 4 / 5

Dunkelblaue Spitzderbies mit dünner Laufsohle

Hier siehst du schöne Derbies für gemischte Sakko-Hosen-Kombinationen. Die dünne Sohle und das einfache Oberleder deuten schon an, dass diese Schuhe für etwas feinere Anlässe geeignet sind. Die dunkelblaue Farbe des Oberleders ist übrigens praktischer als Schwarz zum Kombinieren, wenn du Hose und Sakko in unterschiedlicher Ausführung hast. Und der Spitzderby-Charakter mit den spitzen Winkeln lockert den Schuh zusätzlich auf. In dieser Hinsicht sind das sehr gelungene Derbies - zwar vielleicht nicht ganz so vielseitig, aber sehr zielgerichtet auf Sakko und Hose hin.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 3 / 5
Alltag: 3 / 5
Kunstvoll: 3 / 5

Stiefeletten-Variante: Chukka-Boots als Spitzderby-Stiefeletten

Wenn dich der Stil mit den Spitzen schräg vorne auf beiden Seiten bei den Spitzderbies anspricht und du gerne eine Stiefeletten-Variante dazu hättest, dann kannst du dir sogenannte Chukka-Boots anschauen. Diese haben ähnlich wie Spitzderbies zwei bis drei Ösen auf jeder Seite, sind da also ein bisschen großzügiger als Spitzderbies. Und bei manchen Varianten haben sie schräg vorne ebenso diese markanten Spitzen, die wir hier bei den Spitzderbies kennen gelernt haben - selbst ohne Derby-Bogen.

Ich meine, diese Spitzen sind im Schnitt nicht ganz so spitz, manchmal sogar absichtlich an der Spitze stumpfer gemacht um der besseren Harmonie willen. Und sie sind auch bei Weitem nicht bei allen Chukka-Boots-Varianten vorhanden. Aber wegen der zwei bis drei Ösen passiert es dann relativ häufig bei einer Variante, dass sie viel Ähnlichkeit mit einem Spitzderby besitzt.

Perfekt zum Maximieren dieser Ähnlichkeit sind Chukka-Boots mit zwei Ösen, markanter Spitze und einem Derby-Bogen auf jeder Seite. Da ich keine solche Variante besitze, könnt ihr hier zumindest weitere Annäherungen sehen.