Beispielvariante

Burgunderrote Stiefel im Quarter-Brogue-Stil

Ähnlich wie Derby-Stiefel gibt es auch Stiefeletten im Derby-Schnitt. Hier ist ein solches Modell im sogenannten Quarter-Brogue-Stil, den eine leichte Lochmusterverzierung kennzeichnet. Für mich sind diese Stiefeletten perfekt für das Büro oder auch für die Freizeit oder sonstige, wenig formelle Veranstaltungen. Die Farbe ist äußerst vielseitig und verträgt sich sehr gut mit Grau, Braun und Dunkelblau.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 3 / 5
Alltag: 4 / 5
Kunstvoll: 3 / 5

Besonderheiten

Stiefeletten sind knöchelhohe Stiefel, also Stiefel, die nicht ganz so hoch reichen, indem sie nur etwa bis zum Knöchel gehen. Sie haben damit nicht ganz die Schutzwirkung eines Stiefels für die Füße. Das ist aber in der heutigen Zeit wegen der vielen asphaltierten Gehwegen nicht so nötig wie früher. So kannst du den niedrigeren Schaft von Stiefeletten leicht in Kauf nehmen, um auf der anderen Seite von ein paar Vorteilen zu profitieren:

  • du kannst sie meist angenehmer anziehen durch schnelles und bequemes Reinschlüpfen, weil kein großer Schaft dir im Weg ist
  • die Schnürung, falls vorhanden, ist im Stile eines Halbschuhs recht einfach, während manche Stiefel verlangen, dass du die Schnürsenkel erst noch um ein Paar weitere Metallteile herum führst.

Historisch gibt es Stiefeletten bereits im 19. Jahrhundert und sie wurden letztlich sowohl von Männern als auch von Frauen sehr gerne getragen. Immer wieder gab es in der Geschichte Trends, bei denen Stiefeletten besonders populär waren.

Trageweise

Du kannst Stiefeletten so tragen, dass deine Hose einen Großteil des Schaftes bedeckt. Dadurch sind die Stiefeletten im Stehen oft nicht nicht von gewöhnlichen Halbschuhen zu unterscheiden. Im Sitzen siehst du dagegen den Unterschied, wenn die Hose etwas nach oben rutscht und dadurch der Knöchelbereich sichtbar wird.

Eine andere Möglichkeit, Stiefeletten zu tragen, besteht darin, die Hose unten umzuschlagen. Dadurch wird im Stehen und beim Gehen mehr von den Schuhen sichtbar und die Stiefeletten kommen dadurch besser zur Geltung. Außerdem bekommen Hosen, die für normale Halbschuhe etwas zu kurz sind, bei Stiefeletten ganz ohne Umschlagen eine bessere Länge.

Varianten

Chelsea-Boots

Chelsea-Boots unterstreichen nochmal den einfachen Charakter von Stiefeletten: Während Stiefeletten schon manche Sachen von Stiefeln einfacher machen, gehen Chelsea-Boots noch einen Schritt weiter, indem sie komplett auf Schnürung und Schnallen verzichten. Stattdessen sind an ihren Seiten elastische Gummiflächen angebracht, die sich beim Reinschlüpfen dehnen, so dass der Fuß bequem in den Schuh gelangen kann. Letztlich sind das darüber hinaus sehr vielseitige Schuhe, so dass dies das perfekte Modell für dein erstes Paar Stiefeletten sein kann. Allerdings solltest du dann die Chelsea-Boots vorher irgendwie anprobieren können, weil ganz ohne Schnürung eine höhere Wahrscheinlich besteht, dass die Schuhe nicht passen.

Chukka-Boots

Chukka-Boots sind Stiefeletten mit sogenannter offener Schnürung und zwei bis drei Ösen pro Schuh auf jeder Seite. Durch die relativ geringe Anzahl an Ösen ist die Passform hier nochmal besonders wichtig im Vergleich zu manchen anderen Schuhmodellen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Chukka-Boots zu locker sitzen, weil die Schnürung nicht fest genug ist. Ansonsten sind Chukka-Boots ganz schöne Stiefeletten, die du in meinen Augen meistens gut zur einer Cordhose oder zu einer Flanellhose tragen kannst.

Persönliche Meinung

Ich finde Stiefeletten hervorragend, weil sie die Welt der Schuhe nochmal um zusätzliche Formen mit mehr Lederfläche bereichern. Auch für deine Garderobe können sie sehr praktisch sein, wenn du etwas zu kurze Hosen hast, die du eigentlich aussortieren möchtest: Während die Hosen mit normalen Halbschuhen zu kurz sind, können sie mit Stiefeletten die perfekte Länge haben. Du bekommst mit Stiefeletten damit eine zusätzliche Flexibilität für deine Hosen, die ich als bereichernd für die Garderobe ansehe. Und des Weiteren kommen Stiefeletten mit ihrer Form besser zur Geltung, wenn die Hose im Stehen nicht zu viel von ihnen abdeckt. Besonders wenn das Oberleder deiner Stiefeletten schön ist, ist das eine gute Art und Weise, sie zu tragen.

Ein gewisses Risiko bei Stiefeletten sehe ich darin, dass sie im Knöchelbereich unangenehm drücken können - besonders bei Chukka-Boots, denn bei Chelsea-Boots ist das Gummi an den Seiten einfach viel elastischer als Leder. Jedoch habe ich dafür keine gute Theorie, ich selber merke nur, dass das an manchen Tagen passieren kann und an anderen Tagen wiederum nicht.