Beispielvariante

Hellbrauner Tassel Loafer aus geprägtem Leder

Hier haben wir ein Paar sehr schöner Freizeit-Loafer, bei der eigentlich alles zusammen für eine lockere Wirkung harmoniert:

  • helle Farbe des Leders: Cognac
  • mittelstarke Prägung des Leders etwas in die Tiefe hinein
  • verzierende Naht auf dem Blatt vorne, die entlang des Fußrückens verläuft

Dazu passt die dekorative Schnürung des Tassel-Loafers ganz gut und hebt den Schuh zusätzlich in den freizeitlichen Bereich in meinen Augen.

Interessant bei diesem Schuh ist zusätzlich, dass das Oberleder recht stark pigmentiert ist. Das macht das Leder zwar nicht ganz so interessant, hat aber eine ganz gute Schutzwirkung - auch ein gewisser Pluspunkt für die Freizeit.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 1 / 5
Alltag: 5 / 5
Kunstvoll: 4 / 5

Besonderheiten

Ein Tassel-Loafer zeichnet sich als Loafer ursprünglich durch folgende drei Eigenschaften aus:

  • zwei namensgebende Quasten vorne am Schuhe
  • eine durch ein Lederband angedeutete dekorative Schnürung rings um den Schuh herum
  • U-förmige Dekoration vorne im Bereich des Schuhrückens

Allerdings genügt heutzutage meist schon das erste Merkmal, also die beiden Quasten vorne etwas oben am Schuh, um einen Loafer zum Tassel-Loafer zu machen. Die durch das Lederband, das um den Schuh herum verläuft, angedeutete Schnürung kann also ausgelassen werden, ebenso die U-förmige Dekoration. Der Loafer wird trotzdem allein anhand seiner vorne angebrachten Quasten als Tassel-Loafer erkannt werden. And dieser Stelle bin ich selber pragmatischer als bei anderen Modellen.

Ich persönlich mag den kompletten Tassel-Loafer inklusive dem dünnen Lederband und der U-förmigen Dekoration lieber als den Tassel-Loafer in der Minimalvariante. Für mich ist das Lederband eine zusätzliche Dekoration, die ich sonst bei keinem anderen Schuh sehe und die mir den Tassel-Loafer nochmal schöner zum Anschauen macht. Dadurch hebt er sich von anderen Loafer-Modellen nochmal zusätzlich ab.

Geschichtliches

Den Anfangsschritt zur Erfindung des Tassel-Loafers machte der ungarische Schauspieler Paul Lukas, der damals zur Zeit des zweiten Weltkriegs in den USA lebte. Irgendwann hat er ein Paar Oxfordschuhe aus Europa mitgebracht, die eine besondere Schnürung hatten: Die Enden der Schnürsenkel hatten eine Quastenform. Offenbar hatten diese Schuhe ihm so sehr gefallen, dass er 1948 bei einem New Yorker Schuhmacher eine eigene, neue Version dieser Schuhe in Auftrag gab.

Über Umwege landete der Auftrag schließlich bei der amerikanischen Firma Alden, die das heute bekannte Modell als reinen Schlüpfschuh mit den beiden großen Quasten und dem Lederband um den Schuh herum herstellte. Insbesondere ist dieses Loafer-Modell ein recht neues in der Geschichte der Schuhe und ist mit Sicherheit auch durch den Penny-Loafer beeinflusst, der seine Anfangszeit in den 1930er Jahren hatte.

Varianten

Tassel-Loafer aus grauem Nubukleder

In der Farbe Grau und aus Rauleder sind das hier hervorragende Sommerschuhe. Die Farbe ist auch ein relativ helles Grau, so dass du die Loafer eher mit hellen Hosen oder Shorts kombinieren solltest. Und die Lochmuster lockern den Schuh nochmal zusätzlich auf. Eine weiße oder beigene Leinen-Hose stelle ich mir zu diesem Paar ganz schön vor.

Mein subjektiver Eindruck:
Formal: 2 / 5
Alltag: 4 / 5
Kunstvoll: 4 / 5

Im Gegensatz zu den allermeisten Raulederschuhen, die ja aus Veloursleder bestehen, ist dieses Paar aus sogenanntem Nubukleder, welches ein feineres Flor hat. Für die Herstellung von Nubukleder wird die Glattleder-Oberfläche einer Lederhaut, also die sogenannte Narbenseite, so fein geschliffen, dass sie rau wird wie beim Veloursleder, nur feiner. Am Ende wird sie von der Struktur her immer feiner als jedes Veloursleder sein, weil sie aus der obersten Schicht der Lederhaut kommt. Denn die Feinheit des Flors nimmt in so einer Lederhaut von der Narbenseite zur Fleischseite hin kontinuierlich ab.